TDDL, Tag 3: Matthias Senkel (D)
erster Satz: Sehr geehrter Herr Cederic Darwin Jr., ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß unser Sachverständigenausschuß Ihrem Eilantrag stattgegeben hat.
letzter Satz: Diese wich deutlich von Kevliers Roman, aber auch von Inspektor Sternes Ermittlungsbericht ab – schon deshalb, weil Fumiko vom glücklichen Ende her zu erzählen begann.
dazwischen: Satirisches aus der Kuranstalt für schaffenskrisengeschüttelte Schriftsteller
Mein Eindruck: pointengeile Konstruktion mit reichlich verkrampften Namen, Nationaliätsfindungen und Gegenwartsbezügen (Banker-Bashing *ochnöööö*) Literaturbetriebssatiren finde ich grundsäzlich wenig reizvoll und auch hier nicht originell.
Die Jury quittiert “kluge und witzige Geschichte”, die “gut gebaut aber auch vorhersehbar” ist, “stimmige Realitätsschleifen im Protokollstil”, der “auf Dauer aber verdrossen macht” (Winkels), aber auch eine “typische Klagenfurt-Geschichte übers Schreiben”, die “keinen Stil, keine Sprache und keinen literarischen Mehrwert” hat (Feßmann). Frau Caduff würde gern mehr davon lesen, sieht “viel Substanz”. Herr Jandl verteidigt den Protokoll-Stil und auch Frau Strigl findet den Text “sehr komplex, dicht gewoben, raffiniert gemacht”, gibt aber zu, dass die Satire unterwegs “an Fahrt verliert”. Auch Frau Keller haben die Pointen ermüdet, ähnlich äußert sich Herr Spinnen über das “Schäkern mit dem Publikum durch Jonglieren”. Herr Jandl erklärt, dass der Text uns die “Künstlichkeit von Literatur” nachvollziehbar machen” will.
Trinkspiel: 1 Gläschen Blue Curacao pro Pointenversuch